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Die manische Depression

Menschen, die an einer manischen Depression oder auch bipolaren Störung leiden, sind psychisch krank. Die psychische Störung besteht aus manischen und depressiven Phasen. Die Gefühlswelt Betroffener spielt verrückt. Mal sind sie sehr down und niedergeschlagen, ein anderes Mal sehr aufgedreht, geradezu euphorisch. Die manische Depression wirkt sich auf die Stimmung eines Erkrankten aus und ist durch zwei unterschiedlichen Gefühlswelten gekennzeichnet. Das heißt, zum einen die euphorische Phase und zum anderen die depressive Phase, die immer im Wechsel auftreten. Die äußeren Einflüsse spielen dabei keine Rolle. Die Phasen treten in unterschiedlichen Situationen auf und können in der dunklen Jahreszeit noch intensiver sein.

Die unterschiedlichen Formen der manischen Depression

Die zwei Phasen bei Patienten, die an einer manischen Depression leiden, treten immer im Wechsel auf. Bei einigen können auch Monate oder Jahre zwischen dem Wechsel der depressiven und manischen Phasen liegen. Zwischenzeitlich kann die Stimmung eines Betroffenen sehr ausgeglichen sein. Ungefähr zwanzig Prozent der manisch depressiv Erkrankten erleben keine depressiven Phasen. Die Erkrankung wird in unterschiedliche Formen unterteilt. Die erste Form ist diese, bei welcher die manischen und depressiven Phasen immer im Wechsel auftreten. Bei der zweiten Form treten die Phasen ebenfalls im Wechsel auf, wobei die manische Phase nur schwach auftritt. Dann gibt es noch eine Form, bei welcher beide Phasen in sehr abgeschwächter Form auftreten.

Die Ursachen und Risiken einer manischen Depression

Die manische Depression kann sowohl psychische als auch biologische Ursachen haben. Es wird vermutet, dass ungünstige äußere, sowie genetische Faktoren zusammen eine große Rolle spielen. Beispielsweise besteht für Kinder eines erkrankten Elternteils ein zehn prozentiges Risiko, selbst an einer bipolaren Störung der sogenannten Kinderdepression zu erkranken. Bei einer Erkrankung beider Eltern, besteht das Risiko sogar bis zu fünfzig Prozent. Ein spezielles Gen für die manische Depression konnte bisher nicht festgestellt werden.

Auch andere Einflüsse begünstigen die Krankheit. Wichtige Botenstoffe im Gehirn sind bei der manischen Depression gestört. Bei Menschen, die manisch depressiv erkrankt sind, wurde festgestellt, dass die körpereigenen Stoffe Noradrenalin und Serotonin nur mangelhaft vorhanden sind. Wird die manische manische DepressionDepression medikamentös behandelt, so ist das Ziel eine gleichmäßige Ausschüttung der Stoffe durch die Medikamente.

Auch die psychischen Umstände eines Menschen können für die manische Depression verantwortlich sein. Ein großer Auslöser der Phasen ist Stress. Stress empfindet jeder Mensch anders. Für den einen ist ein verpasster Bus bereits Stress, für den anderen beispielsweise der Verlust eines Menschen durch Trennung oder Tod. Einige können mit Stress gut umgehen, andere wiederum überhaupt nicht. Wer bereits traumatische Erlebnisse hinter sich hat, ist besonders Stress empfindlich. Viele solcher Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit an einer manischen Depression zu erkranken.

Ebenfalls kann eine manische Depression durch Medikamente ausgelöst werden. Dazu zählen bestimmte Medikamente, die Kortison haltig sind, oder auch Epilepsie sowie Parkinson Medikamente. Auch Drogen oder Alkohol begünstigen die bipolare Störung.

Diagnose einer manischen Depression

Die manische Depression ist schwer zu diagnostizieren. Oftmals wird sie mit einer normalen Depression oder anderen psychischen Störungen verwechselt. Da die manische Phase häufig nicht direkt erkannt wird, dauert es teilweise sehr lange, bis die richtige Diagnose gestellt ist. Vor allem die zweite und dritte Form der manischen Depression werden selten sofort erkannt, da hier die Symptome viel schwächer sind, als bei der ersten Form. Wer an einer manischen Depression leidet, sollte sich auf Grund der Schwere der Krankheit in einer Klinik oder von einem Facharzt behandeln lassen. Die Betroffenen selber, halten es aber oftmals nicht für notwendig sich ärztlich behandeln zu lassen. Vor allem während einer manischen Phase. Um die manische Depression diagnostizieren zu können, werden spezielle Fragebögen ausgefüllt. Der behandelnde Arzt kann hierbei beispielsweise folgende Fragen stellen, um die Krankheit diagnostizieren zu können:

  • Fühlt sich der Patient antriebslos
  • Gibt es Schwierigkeiten beim nächtlichen Durchschlafen oder morgens Aufstehen
  • Wie ist der Appetit des Patienten
  • Welche Gedanken hat der Patient
  • Besteht Suizidgefahr
  • Ist der Patient teilweise ungewöhnlich aufgedreht
  • Ist die Stimmung generell wechselhaft

Natürlich erfragt der Arzt ebenfalls, ob es manisch depressiv Erkrankte in der Familie gibt bzw. Familienmitglieder mit anderen psychischen Erkrankungen.

Der Krankheitsverlauf

Normalerweise dauern die manischen und depressiven Phasen zwischen acht und zwölf Wochen. Dazwischen sind Betroffene auch häufig frei von Symptomen. Der Verlauf kann aber je nach Art und Schwere der Krankheit unterschiedlich sein. Je früher eine manische Depression bei einem Menschen auftritt, umso schwerer ist meist der Krankheitsverlauf. Das Wichtige ist, dass die Krankheit frühzeitig und schnell diagnostiziert wird.

Die Behandlung der manischen Depression

Wurde eine bipolare Störung diagnostiziert, ist es zwingend erforderlich, diese medikamentös zu behandeln. Die Medikamente sollen dafür sorgen, dass die depressiven und manischen Phasen unterdrückt werden. Ebenso ist eine Behandlung bei einem Psychotherapeuten erforderlich. Die Behandlung manisch depressiver Patienten ist meist ein Leben lang erforderlich. Denn nur mit ärztlicher und medikamentöser Behandlung kann die Stimmung im Gleichgewicht gehalten werden. Wird die Behandlung unterbrochen oder abgebrochen, besteht das Risiko eines Rückfalls.

Während der Behandlung gibt es unterschiedliche Phasen. Zunächst werden in einer Akutbehandlung Medikamente verabreicht, um die krankheitsbedingten Phasen zu unterdrücken. Dann wird in der psychotherapeutischen Behandlung auf Gesprächstherapie gesetzt, um den Patienten zur Einsicht der Krankheit zu bringen, aber auch um ihn psychisch zu stabilisieren. Bis eine Besserung der manischen Depression eintritt, kann es zunächst einmal ein paar Wochen dauern. Wenn die Therapie angeschlagen hat, wird mit der Stabilisierung begonnen. Die Dosierung der Medikamente wird solange angepasst, bis es für den manisch depressiven Patienten die richtige Dosis ist. Lassen die Symptome durch die Medikamente nach, versucht der behandelnde Arzt, den Zustand des Patienten auch so beizubehalten.

Medikamente die bei einer manischen Depression eingesetzt werden, sind unter anderem Antiepileptika, Lithium oder atypische Neuroleptika. Je nach Schwere der Krankheit und wenn die eingesetzten Medikamente in der Behandlung nicht ausreichen, werden teilweise auch zusätzlich Beruhigungsmedikamente und Antidepressiva verabreicht.

Eine weitere zusätzliche Therapiemöglichkeit ist die sogenannte Wachtherapie. Dabei schläft der Betroffene eine Nacht nicht. Dies führt zu einer Stimmungsverbesserung. Hilft diese Therapiemöglichkeit, so kann der Schlafentzug wiederholt werden. Das Ganze geschieht unter ärztlicher Aufsicht, da auch das Risiko besteht, dass durch den Schlafentzug eine manische Phase hervorgerufen wird.

Auch eine Elektrokrampftherapie wird bei einer manischen Depression eingesetzt. Sie soll die Symptome der sowohl manischen, als auch depressiven Phase lindern. Hierbei werden dem Betroffenen Patienten Elektroden angelegt, die einen Krampfanfall unter Vollnarkose auslösen. Diese Methode wird bei Patienten die eine schwerwiegende manische Depression haben gern eingesetzt.

Da die Krankheit nicht heilbar ist, sondern nur die Symptome gelindert werden können, ist es sehr wichtig, dass Erkrankte lernen, mit der manischen Depression umzugehen. Die psychotherapeutische Behandlung unterstützt die Betroffenen dabei.

Erfahrungsberichte einer manischen Depression

 

 

 

 

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