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Depression was tun?

Freude, Antrieb und Schlaf, das sind die drei Komponenten, die depressive Menschen vermissen. Denn geht die Freude verloren, fällt es leicht sich zu motivieren. Schläft man schlecht, ist es umso schwieriger die frühere Lebensfreude wiederzufinden. Psychopharmaka scheinen der einzige Ausweg zu sein. Allerdings ist auch psychotherapeutische Hilfe eine wichtige Komponente, um wieder auf die Beine zu kommen. Auch Ausdauersport und alternative Heilmethoden sind häufig hilfreich. Außerdem ist es im Heilungsprozess für depressive Menschen sehr wichtig ausreichend zu schlafen. Denn nur so können die Kraftreserven wieder aufgefüllt werden. Allerdings ist es natürlich noch besser einer Depression vorzubeugen, bevor sie ausbricht. Dies ist möglich, indem man Stressreduktion betreibt und lernt richtig mit Distress umzugehen.

Was ist eine Depression?

Die drei typischen Symptome einer Depression äußern sich in Antriebsarmut, Freudlosigkeit und häufig zusätzlichen Schlafstörungen. Es handelt sich um eine sehr häufige psychische Erkrankung. Denn die Häufigkeit dieser Krankheit liegt bei sechzehn bis zwanzig Prozent. Leider werden Depressionen in lediglich einem Viertel der erkannten Fälle ausreichend behandelt. An zwei bis drei Mal so vielen Frauen wie Männern werden Depressionen diagnostiziert. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass Männer seltener depressive Verstimmungen erleiden, sondern daran, dass sie wegen psychischen Belangen nicht so schnell zum Arzt gehen wie Frauen.

Die Merkmale einer Depression sind häufig auch dadurch gekennzeichnet, dass sie ohne sichtbaren Grund auftreten und nicht mehr durch alltägliche Mittel zu beheben sind. Der Betroffene steckt scheinbar in seinem Loch fest. Angst, Verzagtheit, ein starkes Bedürfnis zu weinen, Gefühlsverlust und Unbehagen machen das typische Krankheitsbild vollständig.

Lange anhaltender Druck schürt dabei Angstzustände, welche immer länger andauern. Folgen nicht genügend Entspannungsphasen zwischen den angespannten, kann die Folge für den Betroffenen in übertriebenen Angstreaktionen oder Panikattacken entladen werden. Als Spätfolge ist bei ausbleibender Änderung ein Burnout möglich. Eine Depriphase entsteht.

Depressionen können ihr Eigenes zu den Ängsten beitragen. Weiters fühlen sich viele Betroffene an ihrem Zustand selbst schuldig. Selbstwert und Konzentrationsfähigkeit leiden häufig. Blackouts treten immer wieder auf. Die Denkleistung, sowie die Kommunikation mit anderen Menschen werden weniger. Gedanken an Selbstmord können sich bei depressiven Menschen häufen.

Die Schlafstörungen äußern sich meist so, dass der Betroffene in den frühen Morgenstunden bereits aufwacht und sehr viel grübelt anstatt wieder einzuschlafen. Daraus ergibt sich häufig ein Stimmungsverlauf, der sich im Laufe des Tages wieder verbessert. Patienten, die an einer Depression leiden, erleben oft geminderten Appetit und wenig sexuelle Lust. Dazu kommen in vielen Fällen körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verstopfung, Kreislaufstörungen, Völlegefühl oder Rückenschmerzen dazu. Manchmal verschlimmern sich die Beschwerden durch die psychische Krankheit auch.

Unter nachfolgendem Link ist ein Selbsttest zu finden. Er ist zwar wissenschaftlich fundiert, kann aber keinesfalls eine ärztliche Beratung ersetzen! http://nie-mehr-depressiv.de/depressionstest/

Welche Ursachen kann eine Depression haben?

Neurologisch werden Depressionen über einen niedrigen Spiegel der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin erklärt. Diese Überträgersubstanzen spielen eine entscheidende Rolle für unsere Stimmung und den Schlaf-Wach-Rhythmus. Ist beispielsweise der Serotoninspiegel zu niedrig, wird die betroffene Person immer weniger Freude und Zufriedenheit empfinden können. Der Antrieb geht verloren und Durchschlafen wird außerdem immer schwieriger. Die typischen Anzeichen einer Depression sind vorhanden.

Eine Depression wird niemals durch einen einzelnen Auslöser verursacht. Meist spielen innere und äußere Faktoren zusammen. Häufig können einige Lebensumstände genannt werden, welche die Krankheit begünstigt haben. Aber auch Vererbung spielt eine Rolle. Denn es ist auffällig, dass es Familien gibt, in denen diese Krankheit gehäuft vorkommt.

Schilddrüsenunterfunktionen oder bestimmte Medikamente können ebenfalls Einfluss auf die Stimmung haben. Zusätzlich empfinden manche Menschen bestimmte Jahreszeiten als besonders niederdrückend. Beispielsweise sei hier der Lichtmangel im Winter genannt, welcher zu einer Winterdepression führen kann.

Eine der häufigsten Begünstigungsfaktoren für Depressionen ist Stress. Hier muss unbedingt zwischen Eustress und Distress unterschieden werden. Denn viele positive Erlebnisse verursachen ebenfalls Adrenalinschübe, welche zwar körperlich anstrengend sein können, aber lebensnotwendig sind. Erfolg ist ein Beispiel für solche Situationen. Distress allerdings schadet uns. Wer nicht lernt damit umzugehen, läuft auf Dauer in Gefahr zu erkranken. Was passiert konkret, wenn wir Distress erleben, in unserem Körper? Die beiden Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Dadurch steigen Puls und Blutdruck. Der Muskeltonus erhöht sich und der Körper stellt sich auf eine erhöhte Leistungsfähigkeit ein. Steht ein Mensch längere Zeit unter Dauerstress, entsteht ein depressionsähnliches Krankenbild. Distress ist einerseits ein Faktor, der die Entstehung einer Depression begünstigen kann. Andererseits erleben depressive Menschen viel eher Disstress, da ihr Botenstoffsystem der Stresshormone erkrankt ist.

Die soziale Phobie ist nach der Depression und der Alkoholsucht im Moment die dritthäufigste psychische Störung. Besonders gefährlich ist sie, weil sie eine Vorgängererkrankung zur Depression oder anderen Krankheiten, wie auch Süchten darstellen kann.

Welche Arten von Depressionen gibt es?

Depressionen können in ihrem Verlauf, ihrer Intensität und der Länge unterschiedlich sein. Meist ist die Erkrankung von sehr trübsinnigen Phasen begleitet. Allerdings kann die Krankheit auch bipolar auftreten, was zusätzlich manische Phasen inkludiert. Die Krankheit wird in so einem Fall manische Depression genannt. Dabei wird eine antriebsgesteigerte Stimmung mit mahnisch gemeint.

Depressionen können außerdem lediglich in bestimmten Saisonen wiederholt auftreten, während andere Krankheitsverläufe chronisch werden und durchgehend über mindestens zwei Jahre anhalten. Frauen in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt sind noch geneigter in eine postnatale Depression zu verfallen. Außerdem gibt es Dysthemie, eine anhaltend getrübte Stimmung, welche allerdings bei weitem nicht den Schweregrad einer unipolaren Depression erreicht.

Manche Patienten erleiden im Laufe ihres Lebens eine einzige depressive Phase, während andere sich zwar erholen, aber einige Zeit später wieder eine solche durchleben. Bei über der Hälfte der Ersterkrankungen wiederholt sich das Zenario später noch einmal. Die zweite Phase in dieser Krankheit, sowie alle weiteren, werden Rezidiv genannt.

Außerdem unterscheidet man zwischen vollständiger oder nur teilweiser Genesung nach einer depressiven Episode. Denn eine depressive Periode kann bei unvollständiger Remission zur Dysthemie werden.

Eine somatisierte Depression verursacht Beschwerden wie den Verlust an der Freude an den alltäglichen Aktivitäten. Freudige Reaktionen werden für Betroffene unmöglich. Das typische Morgentief mit regelmäßigen Erwachen ein bis zwei Stunden vor der gewohnten Zeit gehört ebenfalls dazu. Appetits- und Libidoverlust, sowie deutlicher Gewichtsverlust.

Eine mittelgradige Depression zeichnet sich durch mindestens zwei der drei typischen Beschwerden aus. Diese müssen mindestens zwei Wochen anhalten, um ein Diagnose zu rechtfertigen. Die üblichen Aktivitäten im sozialen, häuslichen und beruflichen Umfeld sind für Patienten einer Depression mit diesem Schweregrad nur unter erheblichen Schwierigkeiten lösbar.

Eine schwere Depression weist in jedem Fall Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und Freudlosigkeit auf. Mindestens vier weitere Beschwerden sind ebenfalls vorhanden. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Patient die Beschwerden nicht in allen Einzelheiten schildern kann oder will. Ist dies der Fall, kann trotzdem eine Diagnose folgen. Denn bei Betroffenen, welche sehr ausgeprägte Hemmungserscheinungen haben, kommt ein solches Zenario immer wieder vor. Eine starke Depression kann in manchen Fällen sogar bereits innerhalb von zwei Wochen diagnostiziert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann ein Betroffener einer schweren Depression seinen üblichen Pflichten nicht mehr oder nur sehr bedingt nachkommen. Das somatische Syndrom ist praktisch bei jeder schweren Depression vorhanden. Dazu kommen meist Suizidgedanken.

Besonders schwierig sind Depressionen in den Wechseljahren zu erkennen. Denn durch Hormonschwankungen können ebenfalls gedrückte Stimmungen oder Stimmungsschwankungen auftreten. Die Beschwerden der Wechseljahre werden deshalb häufig mit einer Depression verwechselt. Allerdings sollten im ersten Fall eine Therapie mit Hormonzugabe und im zweiten Fall Psychopharmaka verordnet werden.

Über die Hälfte aller Patienten mit einer Panikstörung, leiden zusätzlich an einer Depression. Meist tritt die Depression als Folgeerscheinung auf. Auch bei Kindern und Jugendlichen können bereits Depressionen auftreten. Dabei unterscheidet sich eine Depression bei Jugendlichen nicht wesentlich im Verlauf von einer im Erwachsenenalter. Welchen Einfluss Depressionen bei Kindern auf deren Entwicklung haben, ist noch nicht vollständig geklärt.

Eine akute Depression macht es dem Patienten nahezu unmöglich seinen alltäglichen Pflichten nachzukommen. Jede einzelne Tätigkeit erscheint endlos mühsam. Die häufigste Form einer Depression ist die rezidivierende depressive Störung. Sie weist sich dadurch aus, dass die trübsinnigen Phasen immer wieder zurückkommen. Ähnlich einem Tumor, welcher beginnt Metastasen zu bilden. Kaum ist er weg, erscheint in Kürze bereits das nächste Gewächs.

Welche Therapieformen bieten sich an?

Konventionelle Medizin

Im Normalfall wird nach der Diagnose einer Depression versucht das Gleichgewicht der Signalstoffe im Hirn wieder herzustellen. Deshalb werden meist Antidepressiva verschrieben. Je nach individuellem Fall variiert die Medikamentation. Eine Psychotherapie in Form einer Gesprächstherapie erweist sich meist als sinnvolle Ergänzung zu den Psychopharmaka.

Die Behandlung einer Depression erfolgt in zwei Phasen. Dabei besteht die erste darin den Zustand des Kranken akut zu verbessern. Es geht darum die Beschwerden möglichst schnell zu lindern. In der zweiten Phase wird versucht die Verfassung des Patienten wieder zu stabilisieren.

Naturheilkunde

Kräuter, Tees und Ätherische Öle helfen oft die Stimmung des Kranken wieder etwas aufzuhellen. Melisse, Johanniskraut und Passionsblume sind gute Bespiele für nützliche Tees in diesem Bereich. Bitterstoffe wie in Löwenzahn oder auch in der Artischocke wirken sich positiv bei einer Depression aus.

Pflanzliche Mittel aus Baldrian, Hopfen und Melisse können helfen die Entspannung eines depressiven Patienten zu ermöglichen.

Homöopathie ist ein weiterer Ergänzungsweg der alternativen Medizin, um psychische Erkrankungen zu lindern. So sind bei Kummer Ignatia oder Causticum Hahnemanni einzunehmen. Gegen Erschöpfung können Calcium carbonicum und Sepia hilfreich sein. Pulsatilla nimmt man am besten bei gereizter oder wechselnder Stimmung.

Aromatherapie

Aromatherapien gelten ebenfalls als Ergänzung und bei weitem nicht als Heilmittel gegen eine Depression. Allerdings ist ein ganzheitlicher Zugang auch bei psychischen Erkrankungen sinnvoll. In dieser findet die Aromatherapie auf jeden Fall ihren Platz. Ätherische Öle können helfen die Stimmung des Kranken zu heben und Angstgefühle zu lindern. Schlafstörungen können sich ebenfalls auf diese Weise bessern.

Farben

Orange ist eine wichtige Farbe für Depressive. Denn sie wirkt aufhellend sortiert Emotionen, wenn wir uns damit abplagen. Gegen Mutlosigkeit hilft das nervenstärkende Gelb. Gegenstände in solchen Farben sind sinnvoll in der Nähe des Erkrankten zu platzieren. Vielleicht streicht man sogar eine Wand orange?

💡 Soforthilfe Tipps: Depression & Partnerschaft

Bei einer depressiven Verstimmung des einen Partners, betrifft es den anderen ebenso. Vor allem für den gesunden Partner gilt es in so einem Fall, zu handeln. Zuerst müssen die Beschwerden erkannt werden. Manchmal helfen in diesem Fall Freunde und Bekannte. Denn sie sehen oft Verhaltensmuster, die dem Partner nicht mehr auffallen.

Wichtig ist nun, den Kranken zum Arzt zu bewegen. Da depressive Menschen häufig Probleme damit haben, Entscheidungen zu treffen, sollte der Betroffene nicht direkt gefragt werden, ob er zum Arzt möchte. Besser funktioniert oft entweder ein Hausbesuch des Hausarztes oder die Aufforderung an den Kranken nun mit zum Arzt zu kommen. Wehrt sich der Betroffene nicht, ist das erste Ziel erreicht. Denn ohne Diagnose wird keine Heilverfahren folgen.

Die Medizin kann das Ihre zur Genesung beitragen. Aber keiner kann die weitere Zuwendung des Partners ersetzen. Selbst, wenn es schwierig ist, sollte der Gesunde versuchen den Betroffenen weiterhin so anzunehmen, wie er ist. Das veränderte Verhalten zu akzeptieren fällt natürlich nicht immer leicht, ist für den Betroffenen aber sehr wichtig. Denn eine Aufforderung zur Verhaltensänderung zieht den Depressiven nur noch weiter nach unten. Denn so wird ihm sein Versagen abermals vor Augen geführt. Ein Gedanke, der den Angehörigen helfen mag, ist die Tatsache, dass es sich bei einer Depression um eine vorübergehende Krankheit handelt. Es ist wichtig, dem Kranken keine böse Absicht oder Faulheit zu unterstellen. Solche Anschuldigungen prasseln leider viel zu oft vom Umfeld auf eine depressive Person ein. Umso wichtiger ist ein sicherer familiärer Rahmen, wo der Betroffene Annahme und Verständnis erfährt.

Essentiell für die Angehörigen ist, die eigenen Grenzen zu beachten. Zahlreiche Partner beziehen die Krankheit auf eigenes Versagen und bekommen Schuldgefühle. Dadurch versuchen sie häufig noch hilfreicher zu sein. Sie beginnen mitzufühlen und werden schlussendlich oft selbst depressiv. Dieser Verlauf ist allerdings der unpraktikabelste, den man sich im Familienleben nur vorstellen kann. Aus diesem Grund sollte der Partner einer erkrankten Person selbst Unterstützung in Anspruch nehmen, sobald er merkt, dass die Belastung es erfordern könnte. Beihilfe zur Selbsthilfe kann hier als Prävention von Nöten sein.

Laut Studien verfallen die Hälfte aller Personen, die bereits eine depressive Periode erlebt haben, innerhalb der nächsten zehn Jahre ihres Lebens in eine weitere. Die Heilungschancen aus einer einzelnen schlechten Phase herauszukommen, sind zwar gut, aber dies ist noch nicht zwingend das Ende der Krankheit.

FAZIT:

Depressionen sind eine Krankheitsform, welche den Patienten, sowie sein Umfeld stark beeinträchtigen kann. Sie sind aber auf keinen Fall hoffnungslos, selbst wenn sich der Betroffene so fühlt. Mit einem entsprechenden Heilverfahren sind die meisten Depressionen vorübergehend und damit heilbar. Am besten ist das Erlernen des richtigen Umgangs mit Distress als Vorsorge.

 

 

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