„Overthinking“ und was Sie dagegen tun können
Kennen Sie das Gefühl, wenn sich ein Gedanke in Ihrem Kopf festsetzt und immer wiederkehrt – wie in einer Endlosschleife? Sie analysieren eine Situation von allen Seiten, denken an jedes mögliche „Was wäre wenn“, malen sich Worst-Case-Szenarien aus und kommen am Ende keinen Schritt weiter. Willkommen im Kreislauf des Overthinkings.
Was genau ist Overthinking?
Overthinking – auf Deutsch etwa: „Zu viel Nachdenken“ oder „Grübeln“ – bedeutet, dass man alltägliche Entscheidungen, vergangene Erlebnisse oder zukünftige Ereignisse übermäßig reflektiert. Dabei wird das Denken nicht produktiv, sondern belastend. Man zweifelt, zaudert, wiederholt die gleichen Gedankengänge immer wieder und verliert dadurch Energie, Zeit und manchmal sogar Lebensfreude.
Woran erkenne ich Overthinking?
Wenn Sie sich fragen, ob Sie zu den „Overthinkern“ gehören, helfen folgende Anzeichen:
Sie spielen ein Gespräch oder eine Entscheidung immer wieder in Ihrem Kopf durch.
Sie liegen nachts wach und grübeln über Dinge, die längst vorbei sind.
Sie haben Schwierigkeiten, sich festzulegen – aus Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.
Sie denken viel mehr nach, als dass Sie handeln.
Warum tun wir das überhaupt?
Overthinking entsteht oft aus dem Wunsch heraus, Kontrolle zu behalten oder Fehler zu vermeiden. Viele Menschen glauben, dass sie durch intensives Nachdenken bessere Entscheidungen treffen oder sich vor negativen Erfahrungen schützen können. Ironischerweise passiert oft das Gegenteil: Statt Klarheit entsteht Verwirrung, statt Handlung folgt Stillstand.
Was hilft gegen Overthinking?
Die gute Nachricht: Sie können lernen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Hier sind einige wirksame Strategien:
Bewusstsein schaffen
Der erste Schritt ist, zu erkennen, wann Sie übermäßig grübeln. Fragen Sie sich: Hilft mir dieser Gedanke gerade weiter – oder hält er mich nur fest?Gedanken aufschreiben
Schreiben Sie Ihre Gedanken auf – ungefiltert. Oft hilft es, alles aus dem Kopf aufs Papier zu bringen, um Abstand zu gewinnen.Zeitlimit setzen
Legen Sie bewusst „Grübel-Zeit“ fest: z. B. 15 Minuten pro Tag. Danach geht’s zurück ins Hier und Jetzt.Handeln statt zögern
Treffen Sie kleine Entscheidungen schnell und bewusst. Je öfter Sie handeln, desto weniger Raum bleibt fürs Überanalysieren.Achtsamkeit üben
Meditation, Atemübungen oder Achtsamkeitsspaziergänge können helfen, im Moment zu bleiben und den Kopf zu entlasten.Sich selbst erlauben, Fehler zu machen
Perfektionismus ist ein enger Verwandter des Overthinkings. Erinnern Sie sich daran: Fehler gehören zum Leben. Oft lernen wir gerade durch sie.Mit anderen sprechen
Manchmal hilft ein Gespräch mit einer vertrauten Person oder einem Coach, um festgefahrene Gedankenmuster zu durchbrechen.
Fazit
Overthinking ist weit verbreitet – und menschlich. Doch wenn Sie merken, dass es Sie lähmt oder belastet, ist es wichtig, aktiv gegenzusteuern. Kleine Schritte, bewusste Entscheidungen und ein freundlicher Umgang mit sich selbst können den Unterschied machen. Denken Sie daran: Sie müssen nicht jeden Gedanken glauben. Manchmal ist weniger Nachdenken der klügere Weg.



